Lolst du noch oder roflst du schon?

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Lolst du noch oder roflst du schon?
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Autor: Manuel Grebing, Stephan Scheler
Genre: Sachbuch
Verlag: Metronom
Seiten: 180
Maße: 14,5 x 21 cm
ISBN: 10: 3980531546
13: 978-3980531542
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Lolst du noch oder roflst du schon? - Die Feränderung der deutschen Sprache ist ein Sachbuch von Manuel Grebing und Stephan Scheler.

Fakten

Abbildungen: 72
Kapitel: 8
Vorgestellte Videoclips: 64
Preis: 9,90 €/14,90 CHF

Hintergrund

Kiezdeutsch, Netzjargon und Abkürzungswahn – da wissen selbst Jüngere oft nicht mehr, was eigentlich gemeint ist. Für Aufklärung sorgt jetzt „Lolst du noch oder roflst du schon?“, die dritte Publikation des erfolgreichen Autoren-Duos Manuel Grebing und Stephan Scheler. Die beiden Werber feierten mit ihrem spaßigen Debüt „Cumshots - Höhepunkte der deutschen Pornofilme“ erste Erfolge und schafften es durch Auftritte bei Stefan Raabs „TV Total“ sowie bei Joko & Klaas seinerzeit sogar bis in die Top 20 der deutschen Sachbuch-Bestsellerliste.

Das könnte diesmal wieder gelingen, denn „Lolst du noch oder roflst du schon?“ ist Unterhaltung im Stile aktuell gefragter Publikationen; ein kurzweiliges Werk mit hohem Fremdschämfaktor. Das Buch präsentiert skurrile Kommentare, die von den Betrachtern beliebter Videoclips auf dem Portal YouTube hinterlassen wurden.

Diese unverändert abgedruckten Beiträge sind nicht nur ein Beleg für die radikale Ver­änderung unserer Sprache, sie zeigen auch, wie es um unseren Bildungsstand und den Umgangston im Internet bestellt ist. Und so entsteht beim Leser oft ein Grinsen, plötzlich lacht man lauthals los oder staunt nur und schüttelt ungläubig den Kopf. Auf 180 Seiten begegnen einem dabei bekannte Clips wie „Kleiner Hai“ und „Fette Katze“, der polari­sierende „Assi Toni“, aber auch Internet-Phänomene wie Mördan oder Money Boy. In acht verschiedenen Kategorien wie Politik, Musik oder Sport finden sich neben peinlichen Auf­tritten von Angela Merkel und Bushido auch so unvergessliche Momente wie zum Beispiel Rudi Völlers Wutausbruch im TV-Studio von Waldemar Hartmann.

Um sich solche Szenen direkt ansehen zu können, wurden fast alle Clips mit einem QR-Code versehen. Neben diesem Bonus für Smartphone-User überrascht das Buch auch mit seinem auffälligen Design: „Lolst du noch oder roflst du schon?“ ist in einen klassischen Schulheft-Umschlag eingebunden. Somit wäre das humorvolle Werk eigentlich eine ideale Pflichtlektüre für Germanistik-Studenten und den Deutschunterricht. Außerdem dient es als Leitfaden für alle, die sich mit jüngeren Generationen noch halbwegs verständlich unterhalten wollen...

Interview

„Lolst du noch oder roflst du schon?“ – wie kommt man denn bitte auf so einen seltsamen Titel?

Grebing: Solche Einfälle entstehen meist ganz spontan, wobei der bekannte Werbeslogan von IKEA hier natürlich als Vorlage diente. Tatsächlich stand der Buchtitel sehr früh fest, immerhin sind die Begriffe „LOL“ und „ROFL“ ja beste Beispiele für unser Kernthema – die Veränderung der deutschen Sprache.

Nach dem Erfolg der „Cumshots“-Bücher ist das ja eigentlich ein völlig anderes Terrain für Euch. Hat es deshalb so lange gedauert, bis Ihr jetzt wieder etwas veröffentlicht habt?

Scheler: Die Idee zum Buch bestand schon lange. Aber da wir vorrangig als Werbeagentur tätig sind, wurde die Arbeit für „Lolst du noch...“ immer wieder zurückgestellt. Und für uns war von Anfang an klar, dass wir als Autoren nicht auf die Pornokiste reduziert werden möchten. So drehen sich auch unsere nächsten Projekte um völlig andere Themen.

Und was genau erwartet die Leser nun bei Eurem neuen Werk?

Grebing: Das Buch präsentiert die lustigsten Kommentare, die bei YouTube unter beliebten Videos platziert wurden. Unterteilt haben wir das Ganze in verschiedene Bereiche – zum Bei­spiel Sport, Musik, TV oder Politik. Neben Skurrilitäten wie „Kleiner Hai“ und „Fette Katze“ finden sich darunter auch Clips zu Angela Merkel, Bushido, Sarah Connor und vielen anderen.

Scheler: „Lolst du noch...“ hat zwei Besonderheiten. Alle Beiträge wurden unverändert abge­druckt, also auch sämtliche Schreibfehler so belassen. Meistenfalls ist das amüsant, oft auch schockierend und manchmal tut es schon weh. Und bei fast allen Clips haben wir einen QR-Code abgedruckt, dadurch können sich Smartphone-User die Videos beim Lesen sofort ansehen.

Das klingt nach fiesen Rechtschreibfehlern und großem Spaß! Wen sprecht Ihr damit Eurer Ansicht nach am ehesten an?

Scheler: In erster Linie handelt es sich um ein humorvolles Buch, das sich zum Beispiel perfekt als Geschenk eignet. Aber streng genommen sollte es jeder Deutschlehrer mal im Unterricht thematisieren. Und wenn Menschen über 30 wissen möchten, was jüngere Generationen heute begeistert und bewegt oder wie man miteinander kommuniziert, dann sind sie hier genau richtig.

Was verändert sich an unserer Sprache denn am stärksten? Oder anders formuliert, ist es um die deutsche Sprache wirklich so schlecht bestellt?

Grebing: Man kann eigentlich nicht sagen, dass es um unsere Sprache schlecht bestellt ist. Ich betrachte es eher als eine Entwicklung, die für ältere Generationen in vielen Punkten nicht mehr nachvollziehbar ist. Auf­fäll­ig ist jedoch die enorme Rechtschreibschwäche vieler Kommentatoren und die eigenwillige Mixtur aus englischen und deutschen Begriffen. Auch an den Abkürzungswahn muss man sich erst einmal gewöhnen. Die wenigsten nehmen sich noch die Zeit, Worte und Sätze ganz auszuschreiben.

Und was fiel Euch neben der falschen Rechtschreibung bei Eurer Recherche am stärksten ins Auge?

Scheler: Es ist bedenklich, mit welcher Härte sich Menschen im Internet streiten und beschimpfen. Unter dem Deckmantel der Anonymität wird verbal teilweise so niveaulos auf­einander eingeprügelt, dass man sich über Amokläufe und alle sonstigen Abscheulichkeiten unserer Zeit wirklich nicht mehr wundern muss.

Auf den Kleinkrieg mancher Kommentatoren geht Ihr auch im Vorwort des Buches ein. Gab es denn Kommentare, die Ihr partout nicht drucken wolltet?

Scheler: Auf rechtsradikale oder gewaltverherrlichende Äußerungen haben wir natürlich verzichtet. Wenn Menschen sich gegenseitig beleidigen und die Pest an den Hals wünschen, hat das mit dem Sinn und Zweck unseres Buches nichts zu tun.

Wieviel Zeit verbringt Ihr eigentlich selbst auf YouTube oder anderen Portalen?

Grebing: Videoportale sind faszinierend und wir haben oft genug festgestellt, dass man sich darin völlig verlieren kann. So war YouTube in den letzten Monaten quasi unser Wohn­zimmer, und das nicht nur wegen der Recherche zum Buch.

Und was sind Eure Lieblingsclips?

Grebing: Viele Clips aus dem Buch schauen wir immer wieder gerne, aber zu unseren absoluten Favoriten zählt momentan ein Video, bei dem eine besorgte Mutter nachts ihren betrunkenen Sohn gefilmt hat. Irgendwie ist dieser peinliche Moment auf YouTube gelandet, aber durch seine ganze Art wirkt der schuldbewusste Kerl nicht nur lustig, sondern auch sehr sympathisch.

Weblinks